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Buchempfehlung

Autor: Alexander Solschenizyn
Titel: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
erschienen im: dtv Verlag als Taschenbuch mit 127 Seiten

 

 

zum Inhalt:
Iwan Denissowitsch ist bereits ein alter Fuchs im Sonderlager für politische Strafgefangene irgendwo in der kargen Sowjetunion. Er ist einer von vielen. Eine Nummer S-854. Er ist bereits 8 Jahre lang im Gulag. Für 10 Jahre wurde er verurteilt. Er kann von Glück sprechen. Mithäftlinge, die nach ihm kamen, wurden pauschalisiert zu 25 Jahren verurteilt. Denissowitsch kennt sich aus.

Mit ihm erlebt der Leser einen ganz “normalen” Tag in dem Lager. Vom Wachwerden über die Zeit bis zum Zählappell am Morgen und die Einteilung für die Arbeitsbataillons, die Arbeit selbst und den Weg zurück ins Lager und dem abendlichen Zählappell, täglichen Bestrafungen, Essensrationen, Kälte von außen, Kälte von innen, soziale Kälte, wie auch soziale Wärme. An und für sich, möchte man meinen, dass es Iwan Denissowitsch verdammt schlecht gehen muss. Man hat genug von GULAG, Straflagern in Sibirien und harter Arbeit in richtiger Kälte gehört und auch gelesen, aber Denissowitsch hat sich nach jahrelanger Inhaftierung arrangiert. Er weiß, dass er als politischer Häftling eh nicht mehr zu seiner Familie zurück kann, selbst wenn er aus dem Lager raus käme, er würde dann verbannt werden. Was ist nun besser Lageralltag oder Verbannung.

Denissowitsch, im Buch mit Spitznamen Schuchow, erlebt in diesem Buch einen schier glücklichen Tag im Sonderlager. Ihm stoßen mehr als nur einmal gute Zufälle zu, sodass er um Bunker, Strafarbeit auf freiem Feld, Krankheit herumkommt und zudem sich noch Extraessensrationen erkämpft.

Das Buch zeigt mit Solschenizyns ergreifendem Schreibstil den Schrecken der Sonderlager, welche er selbst erfahren hat, andererseits wird auch gezeigt, wie ein einziges Schicksal in all dem Schrecken das Beste daraus gemacht hat. Das Buch ist keine pure Klageschrift. Es gibt gewissermaßen auch Hoffnung. Hoffnung und Mut, dass es auch im größten Elend Menschlichkeit gibt. Ich war beim Lesen tief berührt, aber ich habe nicht wie bei den meisten dieser Bücher gelitten. Denissowitsch ist kein Protagonist, der jammert. Er ist einer, der denkt und Lösungen für Verbesserungen sucht. Ständig während des gesamten Tages und er setzt sich dabei in Gefahr, was ihn sympathisch macht.

Empfehlung: sehr gut