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Ich weiß wirklich nicht, warum in Deutschland immer die tollen Filme Millionen Jahre später veröffentlicht werden als auf dem Rest der Welt. Egal, das lange Warten hat sich gelohnt, denn so konnte ich den Film beim Filmfest Hamburg sehen in dem großen Kinosaal vom Passage Kino auf der Mönckebergstr. Inmitten der Innenstadt.

Ich bin schon etwas eher ins Kino gegangen, um ein Tässchen Tee zu schlürfen und vielleicht noch ein paar Seiten in meinem Buch zu verstehen (was mir gründlich misslang). Neben mir saß ein Junge, der mit Fineliner die Ausstattung des Kinos in sein Notizbuch zeichnete und rund herum eine Menge Menschen, die den Hinweis “Filmfestkasse links neben der Bar” nicht verstanden.🙂

Der Filmfestkoordinator lief ziemlich busy ständig am Telefon hängend über den Teppich der Kinolobby und überhaupt … Menschen beobachten ging weitaus besser als dem Buch die passende Aufmerksamkeit zu schenken (DFWfail … FESI: Ihr Leser müsst nicht alle Anmerkungen verstehen).

Hier erstmal der Trailer zum gesehenen Film “Jane Eyre” im Original … im Kino gab es ihn mit deutschen Untertitel. Und ich konnte dank frühen Kommens einen sehr guten Platz mir schnappen … “Mitte, Mitte” … wie ich es am liebsten mag für den Klang und die Optik.

Diese Verfilmung des klassischen Stoffes von Charlotte Brontës Roman “Jane Eyre” war bereits die 8. Verfilmung und es wird sicher nicht die letzte sein. Ich kenne das Buch und weiß sehr wohl, dass man nicht alles erzählen kann … aber Cary Fukunagas Adaption ist eine wirklich sehr gelungene Umsetzung auf die Kinoleinwand. Die Schauspieler sind allesamt in ihren Rollen überzeugend. 120 Minuten lang keine Langeweile. 120 Minuten lang schöne Bilder. 120 Minuten lang Abwechslung zwischen tieftraurigen, rührenden Szenen und Witz in den Dialogen. Der Kinosaal lachte! Mia Wasikowska (bekannt auch aus Intreatment, Alice in Wonderland) war und ist eine wunderbare Jane Eyre. Sie ist so überzeugend selbstbewusst auf der Leinwand, dass es dem Zuschauer echt manchmal die Sprache verschlagen kann. Michael Fassbender – mmmh, was soll man über ihn noch sagen?! … soll ich in den allgemeinen Reigen der Lobeshymnen über ihn mich noch einreihen?! – Herr Fassbender hat die geilsten Augen auf der Leinwand. Okay, das war etwas zu plakativ und hat mit seiner schauspielerischen Leistung gar nichts zu tun, ABER in seiner Rolle als Mr. Fairfax Rochester ist er brillant.

Die Locations für den Filmdreh waren sehr schön gewählt und die Kameraführung war so spektakulär unspektakulär, dass ich mich beim Zuschauen wohl fühlte. Keine schnellen Schnitte, viel Licht/Schattenspiel und irgendwie flutschte es in der Geschichte und das tat mir als Zuschauer gut. Ach ja, der Trailer gaukelt uns Brutalität und Grusel etwas vor, aber dem ist nicht wirklich so.

Von allen Geschichten und Romanstoffen dieses Genres ist mir diese Filmadaption wirklich die Bestgelungendste und ich werd es mir wahrscheinlich auch noch ein zweites Mal anschauen. So schön war es.

Der Film hat die offizielle Premiere für das gesamte deutsche Kinopublikum am 1. Dezember. Im Rahmen des Filmfestes läuft der Film noch mal am Samstag den 8.10.2011 im Abaton um 17 Uhr.

Informationen zum Film auf der Filmfest Hamburg Seite

Ach ja … es war auch noch gestern der Regisseur Cary Fukunaga zu Gast. Er freute sich, dass der Film so gut ankam. Er erzählte auch, dass das Anwesen, in dem Fairfax Rochester im Film lebt tatsächlich verspukt gewesen sein soll, denn die Vormieterin des Hauses ist nach nur wenigen Monaten wieder ausgezogen, aber Fukunaga selbst wäre gern dort gewesen. Er sagte auch, dass er derzeit an drei Projekten arbeiten würde und er kein Interesse habe, auf ein Filmgenre sich festlegen zu lassen, deswegen habe er auch “Jane Eyre” nach dem Film Sin Nombre (im mexikanischen Drogenmafia Milieu spielend) angepackt. Wir können gespannt bleiben.

Ach ja, das war natürlich nicht der letzte Film, den ich beim Filmfest gesehen habe. Ich werde weiterhin berichten.

Ach ja, die Zweite … ich will das Buch nach dem Schauen des Filmes noch mal wieder lesen. Das passiert mir wirklich nur selten!

Mehr Informationen zum Film: @ IMDB

Aus aktuellem Anlass … der Film ist seit dem 1.12.2011 im Kino zu sehen und im ABATON in Hamburg zu folgenden Daten und Zeiten als Original mit Untertitel
Termine bis 14.12.2011
Fr 9.12. um 17:15, 21:15
Sa 10.12. um 17:15, 21:30
So 11.12. um 17:05, 21:30
Mo 12.12. um 14:45
Di 13.12. um 16:45, 21:15
Mi 14.12. um 16:45, 21:00

Informationen über das Abaton haben wir natürlich auch auf unserem Blog mit einer kleinen Lobhudelei und einem Geschenktipp für Weihnachten: hier